Touristenvisum für die USA

Die Beantragung eines B2-Visum für die USA kann schon mal zur Herausforderung werden. Es sind viele Dinge zu beachten und wir haben vielleicht den ein oder anderen nützlichen Tipp für euch parat.

Wofür überhaupt ein Visum?

Das war eine Frage, die wir uns lange gestellt haben. Denn wenn man sich im internationalen Vergleich mal anschaut, wie freizügig man mit einem deutschen Paß reisen kann, stellt man sich diese Frage zwangsläufig.

Fakt ist nämlich, dass man als Deutscher am sog. „Visa Waiver Program“ teilnehmen kann und so ohne Visum für 90 Tage in die USA einreisen kann. Das sind satte 3 Monate und damit 1/4 unserer gesamten Reisezeit, sollte also vollkommen ausreichen. AAAber… unser Plan ist es, von Halifax aus einen Teil der Ostküste bis New York City zu bereisen und anschließend über die großen Seen weiter westlich bis Vancouver zu fahren.

Das Problem, das sich dabei stellt ist: Mit der Einreise in die USA beginnen die 90 Tage. Eine kurze Ausreise nach Kanada bedeutet aber nicht, dass man dann wieder 90 Tage in die USA einreisen darf. Denn eine solche Ausreise zählt nicht als „signifikant“. Da werden 3 Monate dann doch schnell knapp.

Daher haben wir uns dazu entschieden die hören Kosten und den Zeitaufwand für die Beantragung eines B2-Visums in Kauf zu nehmen.

Visumskategorie B2

die USA bieten eine große Vielzahl an Visa-Kategorien an. Für die meisten Overlander wird dabei aber immer nur die Kategorie B1/B2 interessant sein. Diese „Doppelbennenung“ gilt für 2 Fälle.

  1. Fall: (B1) Visum für Geschäftsreisende
  2. Fall (B2) Visum für rein touristische Zwecke

Hier sind jeweils Einreisen von bis zu 180 Tagen möglich ( am Ende entscheidet das der Grenzbeamte). Das Visum selber berechtigt euch nämlich nur dazu, bis zur Grenze zu reisen.

Nähere Infos zu den Kategorien erhaltet ihr auf den Seiten des US-Konsulats.

Visum beantragen in 3 Schritten

Ihr solltet euch am besten alle Unterlagen zusammensuchen und ordnen, bevor ihr das Visum beantragt. Dann ist das Ganze (mit ausnähme des Interviewtermins) tatsächlich innerhalb eines Tages gut zu erledigen.

Ihr braucht auf jeden Fall:

Reisepässe, Kreditkarte, aktuelles Passfoto (am besten direkt digital), Liste mit den Reisen der letzten 5 Jahre, am besten schon konkrete Reisedaten (vermutliche Dauer der Reise, Unterkunft u.ä.) und Informationen über eure Berufe, Schulbildung und Adressen (u.a. auch der Eltern)

1. Schritt: Onlineformular DS-160 ausfüllen

Ein Hauptteil des ganzen Antrags findet online statt. Hier müsst ihr das Formular DS-160 ausfüllen.

Hier müsst ihr einen Standort auswählen. In Deutschland sind 3 Konsulate für Visa verantwortlich: München, Frankfurt und Berlin. Da Berlin von Hamburg aus am besten erreichbar war, haben wir das entsprechend ausgewählt.

Habt ihr alles ausgefüllt, könnt ihr auf „Start Application“ drücken und dann bekommt ihr eine „Application ID“, die ihr unbedingt aufschreiben solltet! (ihr könnt nämlich den Antrag auch speichern und später fortsetzen, dafür müsst ihr dann die Application ID eingeben).

Danach wird kategorisch abgefragt:

Personendaten, Reisedaten, Reisebegleitungen, vorherige Reisen, Adressen und Telefonnummern, Passdaten, US-Kontakt, Fragen zu Arbeit/Ausbildung und Fragen für die Sicherheitsüberprüfung.

Die ersten Schritte beim Ausfüllen sind recht simple Informationen (Namen, Reisepassinfos, Reisebegleitungen u.ä.). Auf der rechten Seite werden auf Englisch auch immer Hilfe zum Ausfüllen gegeben (wenn man mit der Maus darauf stehen bleibt, wird der Text auch in Deutsch angezeigt).

US-Kontakt???

Bis zu diesem Punkt konnten wir alles schnell und einfach ausfüllen. Aber wie viele andere Reisende auch, haben wir keinen Kontakt in den USA und wussten nicht weiter. Also was tun?!

Wir haben ein wenig im Netz recherchiert und uns für diese Lösung entschieden: Der Campingplatz, den wir als erstes in den USA besuchen ist unsere Kontaktperson.

Ähnliches haben viele andere vor uns auch schon so gemacht und vorweg: Es hat keinerlei Probleme beim Interviewtermin gegeben.

Alle weiteren Fragen sind dann wieder einfach zu beantworten.

Beim letzten Punkt, den „Sicherheitsfragen“ läuft es ähnlich wie beim Fragebogen einer Blutspende: alles mit „nein“ beantworten zu können ist genau richtig.

Ihr müsst das Formular natürlich ehrlich ausfüllen, sonst kann spätestens beim Interviewtermin das Visum abgelehnt werden und es noch weitere Konsequenzen für spätere Anträge geben.

Habt ihr alles ausgefüllt, müsst ihr noch das digitale Passfoto hochladen. Da werdet ihr ganz gut durchgeführt und am ende bekommt ihr auch eine Rückmeldung, ob das Foto den Vorgaben entspricht.

Wenn das Formular ausgefüllt ist, solltet ihr alle Daten nochmal auf Richtigkeit überprüfen und dann abschicken. am ende bekommt ihr eine Bestätigungsseite mit einem Barcode, die ihr zwingend braucht!

Das ganze müsst ihr für jeden Reisenden machen.

2. Schritt: Visagebühr, Terminvergabe & Zustelloptionen

Die gesamte Bezahlung der Gebühren und die Terminvergabe erfolgt über den Dienstleister CGI Federal. Hier müsst ihr euch einen Account anlegen und könnt dort mit eurer „Confirmation Number“ den Antrag mit eurem Account verbinden.

Für ein Visum ist eine Gebühr von derzeit 160US-$ fällig. Diese Gebühr wird nicht erstattet im Falle einer Ablehnung oder Rücktritt und am besten bezahlt ihr sie mittels Kreditkarte, denn dann könnt ihr auch sofort einen Termin vereinbaren.

Ohne Bezahlung, kein Termin….

Danach könnt ih einen Termin vereinbaren und dabei ist ein Schritt besonders wichtig, wenn ihr gemeinsam zu einen Termin gehen wollt. (Das haben wir beim ersten mal nämlich falsch gemacht)

Ihr werdet Schritt für Schritt durchs das Menü geführt und kommt nach der Auswahl der Visakategorie an den Punkt, wo nach Angehörigen gefragt wird. Hier sollte man sich nicht irritieren lassen, auch der Partner oder die Partnerin können hier angegeben werden. Es öffnet sich ein neues Fenster ,wo ihr nach der Beziehung und der „Confirmation Number“ gefragt werdet. Bei Beziehung gebt wählt ihr dann „Other“ aus und gebt die „Confirmation Number“ der anderen Person an. Restliche Daten ergänzen und hinzufügen.

Dann könnt ihr weiter machen und einen Termin auswählen.

Terminvergabe

Ihr bekommt eine Übersicht, wann der nächste verfügbare Termin ist. In der aktuellen Zeit mit den anhaltenden Coronabechränkungen und Ausfällen durch die Omikronvariante, waren und sind die Wartezeiten zum Teil erheblich.

Auf dieser Webseite könnt ihr die aktuellen Wartezeiten an den Standorten einsehen.

Wählt hier also entweder den nächst möglichen Termin oder (wenn ihr euch frühzeitiger kümmert, als wir das gemacht haben) den Termin aus, der für euch am besten passt.

Es ist dabei egal, welches Konsulat ihr am Anfang angegeben habt. Bei der Terminauswahl könnt ihr bei jedem 3 Konsulate einen Termin vereinbaren.

Ist nicht der richtige Termin dabei, dann bleibt euch nur eine Möglichkeit -> Glück…

Ganz wichtig vorab: Man kann nur 1x den Termin verschieben! Sonst müsst ihr die Gebühren in voller Höhe nochmal zahlen!

Wir hatten genau diesen Fall. Es gab nur noch Termine, die mit der Wartezeit bis zur Zustellung der Visa weit nach unserer geplanten Abreise lagen. Also haben wir jeden Tag geguckt, ob in einem der 3 Konsulate frühere Termine verfügbar sind.

Und wir hatten Glück. Etwa 3 Wochen vor dem eigentlichen Termin wurde ein früherer frei und den haben wir sofort genommen. Die Umbuchung erfolgt dabei auch über das Portal von CGI.

Zustelloptionen

Wenn ihr einen Termin vereinbart habt, müsst ihr noch auswählen, wie ihr eure Reisepässe zurückbekommen wollt. Diese werden nämlich zur weiteren Bearbeitung nach dem Termin einbehalten. Dafür gibt es 2 Optionen.

  1. Option: Abholung an einer Station (meist ein „Mail Boxes etc.“) – kostenlos
  2. Option: Premiumzustellung über GTSPremium – Kosten: 26 Euro pro Pass

Wir haben uns für die Zustellung entschieden, da das günstiger war, als ein zweites Mal von Hamburg nach Berlin und wieder zurück zu fahren.

3. Schritt: Interviewtermin

Alles ist ausgefüllt, die Gebühren sind bezahlt, Termin vereinbart und Zustelloption ausgewählt. Dann geht es bald zum „Interview“. (Gleich vorweg: Ein Interview, wie man sich das so vorstellt, ist es nicht. Man bekommt von einem Mitarbeiter an einem Schalter einige Fragen gestellt, die man beantworten wahrheitsgemäß muss…).

Auch hier ist Vorbereitung mal wieder die halbe Miete.

Welche Unterlagen erforderlich sind, steht auf der Webseite von CGI Federal.

  • Kopie der Terminbestätigung
  • Bestätigungsseite (mit dem Strichcode) des DS-160 Formulars
  • biometrisches Passfoto (nicht älter als 6 Monate)
  • Reisepässe
  • Bestätigung über die Bezahlung der Visagebühr

zusätzlich können noch „unterstützende“ Dokumente mitgebracht werden wie:

  • Mietvertrag
  • Arbeitsvertrag
  • Vermögensnachweise
  • Arbeitgeberschreiben
  • Buchungsbestätigungen u.ä.

Wichtig ist dann für den Tag des Termins, dass ihr wirklich nichts anderes mit ins Konsulat mitnehmen dürft. Keine Taschen, keine Handys, keine Smartwatches.. eine ausführliche Auflistung von dem, was ihr NICHT mitnehmen dürft findet ihr hier.

Portemonnaie und Unterlagen müssen ausreichen. Das solltet ihr mit einplanen, denn vor Ort im Konsulat gibt es keine Möglichkeit Sachen einzuschließen.

Wir hatten das Problem, dass wir uns ein Carsharing-Auto geliehen haben und dort alles im Auto gelassen haben (Parken in der nähe des Berliner Konsulats ist tatsächlich möglich und recht entspannt)

Problem bei dem Auto war, dass es sich nur mit dem Handy Ver- und Entriegeln lässt…wohin also mit dem Handy….

Hier der Tipp, der vielen helfen wird: In der Nähe des Konsulats gibt es ein Hotel, bei dem ihr euer Handy und vielleicht auch kleine Taschen für 5 Euro abgeben könnt. Das ist fair und super hilfreich, wenn man keine andere Möglichkeit hat.

Also ab zum Konsulat und durch die Sicherheitskontrolle. Wie beim Flughafen: Jacke aus, Gürtel runter, Uhr ab und alles durch den Scanner. Anschließend geht es ins Konsulat in die Schlange zu den Schaltern.

Insgesamt mussten wir 3 Schalter durchlaufen, die Wartezeiten waren moderat ( wir hatten einen frühen Termin um 9 Uhr). Am 1. Schalter wurden die Pässe gescannt und bekamen einen Barcode.

Am 2. Schalter wurden die Pässe dann nochmal gescannt…mehr nicht. Aber naja.

Also auf zum 3. Schalter.

Hier fand das „Interview“ statt. Die Konsulatsmitarbeiterin hat uns auf Englisch nach dem Grund unserer Reise gefragt, wer dafür bezahlt und ob wir Geld angespart haben. Nach ein paar Klicks und der Abgabe unserer Fingerabdrücke hieß es auch schon: „Your Visa has been approved today“ und raus waren wir.

Insgesamt hat der Termin im Konsulat keine ganze Stunde gedauert..und Unterlagen mussten wir auch keine Vorzeigen. Wahrscheinlich liegt es daran, dass wir Online alles nach den Vorgaben eingereicht haben und man nur zur Sicherheit diese Unterlagen mitnehmen sollte. Das würden wir allen auch empfehlen. Denn sicher ist sicher und einen neuen Termin machen zu müssen, weil man seine Unterlagen nicht vollständig hat wäre Mist.

2 Tage nach dem Termin könnt ihr übrigens über diese Seite den Status des Visums abrufen.

Nach nicht einmal 1 Woche hatten wir unsere Reisepässe samt eingeklebtem Visum zurück!

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