Ablagefach über den Frontsitzen

Nachdem alle Vorbereitungen an Schalldämmung und Isolierung getroffen sind geht es jetzt beim nächsten Teil des Projekts, dem Stauraum los. 

Unser Rudi wurde zwar praktischerweise schon ohne Rückwand geliefert, aber im Gegensatz zu vielen anderen Sprintern und Craftern, die wir uns im Vorfeld angeguckt haben, hatte er kein Ablagefach über den Frontsitzen. 

Das gibt zwar vorne ein schönes Raumgefühl, da wir in der Regel aber beim Fahren sitzen und nicht stehen (Haha) wollten wir den Platz auf einen Fall ungenutzt lassen und in Stauraum umwandeln.

Wie bei vielen anderen Dingen auch, haben wir uns einiges an Infos aus den Weiten des Internets zusammengesucht und die besten Ideen für uns zusammengestellt.

Dabei wurde schnell klar, dass das Ausmessen des Raums über den Sitzen durchaus frustrierend sein kann und überaus zeitaufwendig ist. Beim durchforsten von Youtube sind wir dann häufiger auf ein Produkt der Firma „Vancillary“ gestoßen. Die bieten unter anderem auch ein Set für Sprinter an.



Das Set beinhaltet:

4 Winkel 

Schablone

Befestigungsmaterial

Winkel und das Befestigungsmaterial sind durchaus auch im örtlichen Baumarkt zu bekommen, die Schablone aber nicht. „Vancillary“ wirbt damit, dass der Raum mittels 3D-Technik erfasst wurde und so eine passgenaue Schablone geliefert wird.

Bestellbar war das ganze über Amazon.com. Da das Produkt aus Kanada kommt hatte es ein paar Tage Lieferzeit und es waren Zollgebühren zu bezahlen. Der Gesamtpreis beläuft sich damit auf ca. 120 €.

Das ist nicht ganz günstig für 4 Winkel und eine Schablone aus Papier. Die gesparten Nerven und ggf das Material für Schablone und Verschnitt haben das aber unserer Meinung nach gerechtfertigt und wir sind sehr zufrieden damit.


Was wird außerdem benötigt:

Multiplexplatte 19 mm

Filz 

Moosgummi

Gewebestoff

Sprühkleber

Schere und Klebeband

Stichsäge 

Akkuschrauber 

div. Schraubenzieher

Schleifpapier 

Die Stärke der Multiplexplatte von 19mm wird auch von Vancillary empfohlen und macht auch durchaus Sinn, denn bei dünneren Platten besteht die Gefahr, dass sie irgendwann in der Mitte etwas durchhängen. (Man kennt das ja von schwedischen Bücherregalen :-D)

Vom Prinzip her ist es ab da ganz leicht:

Die Schablone wird auf die Platte geklebt und im Anschluss wird die Form nur noch mit der Stichsäge ausgesägt. Damit ist der „komplizierteste“ Teil der Arbeit dann auch geschafft. 🙂

Die Schablone hält, was sie verspricht und die Platte passt wunderbar. Im Anschluß geht es um die Befestigugn der Platte. Die mitgelieferten Winkel werden einfach an bereits vorhandenen Punkten befestigt, das macht den Einbau wirklich zum Kinderspiel!

Im vorderen Bereich ist das auf beiden Seiten das erste Loch der „Panikgriffe“. Hinten werden die Winkel zusammen mit den Schrauben für die Kleiderhaken befestigt. Dann legt man die Platte oben auf und überträgt die Löcher der Winkel auf die Platte.

Ab jetzt folgen nur noch die „Verschönerungen“ der Platte.

Für einen noch passenderen Look wäre ein hellgrauer Bezugsstoff, wie der Original-Himmel im Sprinter, natürlich noch besser gewesen. Uns ist aber keine Bezugsquelle bekannt gewesen, um Stoff in der gleichen Farbe und Art zu besorgen.

Die Unterseite haben wir daher mit Filz beklebt und die Oberseite zuerst mit Moosgummiplatten dünn gepolstert und im Anschluss einen Gewebestoff darüber geklebt.

Für alle Arbeiten haben wir Sprühkleber von Würth benutzt.

Das Ergebnis ist eine solide Ablage, die wirklich viel Stauraum bietet.

Wir können das Set von „Vancillary“ wirklich nur empfehlen. 

(zur Klarstellung: es handelt sich hier um unbezahlte Werbung)

Feinarbeiten:

Das ist aber noch nicht das Endergebnis. Wir wollten die Ablage nicht offen lassen, sondern einen richtigen Abschluss zum Wohnraum haben. 

Dafür haben wir ebenfalls eine Multiplexplatte benutzt, in diesem Fall 9 mm stark.

Zuerst haben wir eine grobe Schablone aus Pappe angefertigt und diese auf das Holz übertragen und dann nach und nach Anpassungsschnitte gemacht, bis wir mit der Passgenauigkeit zufrieden waren.

Im Anschluss zeichneten wir noch den Ausschnitt an und haben im unteren Bereich noch etwas vom Holz ausgeschnitten, um den Durchgang nach vorne nicht zu sehr zu verbauen.

Die Ausschnitte haben wir alle mit der Stichsäge gemacht. Um die Kanten abzurunden (das ist unter anderem eine Forderung des TÜV – dazu erstellen wir bei Gelegenheit noch einen separaten Post) haben wir diese mit der Kantenfräse und einem Rundfräsbit bearbeitet und zu guter letzt alles glatt geschliffen. 

Klappe im „Shaker“-Stil

Um das Projekt abzuschließen haben wir die Verkleidung zum Innenraum noch weiß lackiert und eine Klappe gebaut.

Die Klappe haben wir aus 19 mm Multiplexplatte und 4mm Pappelsperrholz gebaut.

Alle unsere Möbel sollen das gleiche Design bekommen. Wir haben uns für den sog. „Shaker“-Stil entschieden. Der kommt aus Amerika und ist hier von Landhausküchen bekannt und zeichnet sich durch ein klare Linienführung aus. Die Türen Zeichen sich dadurch aus, dass sie ein eingesetztes Panel haben.

Die Klappe die wir für die Verkleidung gebaut haben besteht also aus 2 Riegeln (waagerechte Teile) und 2 Streben (senkrechte Teile), die jeweils 4 cm breit sind. Mittig dazwsichen wird ein Paneel aus Pappel in eine gefräste Nut ohne Leim gesetzt. Ohne Leim, damit sich das Holz bei Änderungen der Luftfeuchtigkeit zwängungsfrei ausdehnen und zusammenziehen kann. Riegle und Streben haben wir mit sogenannten halben Blättern miteinander verleimt.

Bei dieser Technik wird von jedem Riegel und jeder Strebe am Rand jeweils die halbe Stärke an Holz weggefräst und im Anschluss mit Leim und Zwingen alles fest miteinander verleimt.

Durch die große Leimfläche entsteht so eine äußerst robuste Verbindung.

Zum Abschluss haben wir noch die Topfbänder gebohrt und montiert. Das ganze funktioniert mit einem Forstnerbohrer mit dem passenden Durchmesser und dem Akkuschrauber. Bei hochwertigeren Scharnieren ist oft noch eine Bohrschablone enthalten. Das macht die richtige Montage deutlich frostfreier, wenn man nicht tagtäglich mit Scharnieren zu tun hat.

Damit ist das Ablagefach über den Frontsitzen fertig. Der zusätzliche Stauraum ist echt beachtlich!

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